„Die Hintergründe der abscheulichen und rassistisch motivierten Morde müssen rückhaltlos und umfassend aufgeklärt werden“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des heutigen Krisengipfels im Kanzleramt zum Rechtsterrorismus. „Dazu ist es auch notwendig, dass sich Teile aus Politik und Sicherheitsbehörden endlich eingestehen, die seit langem bekannte Gefahr von Rechts, verharmlost zu haben.“

 

AWO-Präsident Wilhelm Schmidt forderte am Rande einer AWO-Präsidiumssitzung eine gesamtgesellschaftliche Debatte um Vorurteile und rechte Einstellungsmuster in der Bevölkerung: „Wenn über Jahre hinweg Menschen mit türkischen Wurzeln brutal ermordet werden und anschließend in äußerst diffamierender Art und Weise von ‚Dönermorden‘ die Rede ist, sagt das leider eine ganze Menge über den inneren Zustand unserer Gesellschaft aus“, so der AWO-Präsident.

 

Schmidt verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, wonach rechtsextreme Einstellungsmuster nicht mehr nur an den Rändern der Gesellschaft aufzufinden, sondern bis weit in die Mitte vorgedrungen sind. So seien etwa rassistische Vorurteile gegenüber Migranten in weiten Teilen der Bevölkerung vorhanden. „Wenn wir nicht wollen, dass unsere demokratischen Grundlagen noch weiter erschüttert werden, müssen wir endlich die antirassistische Aufklärungs- und Bildungsarbeit mit entsprechenden Mitteln ausstatten. Es darf einfach nicht sein, dass die zivilgesellschaftliche Arbeit gegen Rechtsextremismus vor Ort immer wieder um finanzielle Unterstützung und Anerkennung kämpfen muss, um ihre sinnvolle Arbeit weiter zu leisten“, fordert Schmidt.